ver-ortete Geschichte(n) | Ort 3: Conradstrasse 9
16022
page,page-id-16022,page-child,parent-pageid-15042,page-template-default,ajax_fade,page_not_loaded,,paspartu_enabled,qode-theme-ver-6.5,wpb-js-composer js-comp-ver-4.4.3,vc_responsive
 

Ort 3: Conradstrasse 9

3. Apero am Areal des ehemaligen italienischen Generalkonsulats

Am 11.09.2015 fand unser 3. Apero am Areal des ehemaligen italienischen Generalkonsulats statt. Wir hatten ein unglaubliches Glück mit dem Wetter und konnten noch die letzten Herbst-Sonnenstrahlen mit italienischer Live-Musik von Leo und mit italienischem Wein und Häppchen genießen. Dazu serviert wurden Geschichte(n) zum Gelände und alle waren eingeladen, eigene Erlebnisse dazu zu erzählen oder auf Postkarten zu ergänzen.

Bilder zu der Veranstaltung findet ihr in unserer Bildergalerie

Geschichte(n) nachlesen: Auszüge (mehr auf der Tafel unten)

Die Conradstraße 9 wurde uns von 2 Personen bei der Auftaktveranstaltung vorgeschlagen. Patricia schrieb: „Ein interessanter Ort wäre vielleicht das leere Grundstück im Saggen, auf dem das italienische Konsulat früher gestanden ist (Conradstr. 9). Jedes Mal wenn ich da vorbeigekommen bin, hab ich mich gefragt, wer dieses alles andere als hübsche Gebäude verbrochen hat. Jetzt ist es weg :o)“ Kathi hat uns den Ort so schmackhaft gemacht: „Grundstück gegenüber Conradstr.12, Liegt jetzt brach. Vorher war eine Botschaft da! Welches Land – keine Ahnung. Die Geschichte vom Grundstück würde mich sehr interessieren.“

 

Durch Recherchen im Innsbrucker Stadtarchiv und dem Tiroler Landesarchiv fanden wir bald heraus, dass das Gebäude eigens für das italienische Generalkonsulat 1959/1960 erbaut wurde und vom Innsbrucker Architekten Herbert Neubauer geplant wurde. Im Achleitner Architekturführer ist die Architektur des Gebäudes lobend erwähnt:„In die Villenstruktur von Saggen gut eingefügtes Botschaftsgebäude in der typischen „gemäßigten Moderne“ der fünfziger Jahre (…)“ Quelle: Achleitner, Friedrich (1980): Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert. Residenzverlag.

 

Das widerspricht sich etwas mit den meisten Rückmeldungen die wir von PassantInnen und Apero-BesucherInnen bekommen haben, die meisten haben gemeint ihnen ist das Gebäude immer aufgefallen weil es so hässlich war. Bilder zum Gebäude gibts in der: Bildergalerie

 

Wieso haben wir unseren Apero „Innsbruck’s little Italy“ genannt?

„Ich habe mir oft gedacht, das ist geil: du kannst ins Konsulat gehen und hast kurz einen Trip nach Italien gemacht.“ Interview mit P., eine ehemalige Kundin des italienischen Konsulats

 

Ein Konsulatsmitarbeiter sagte über das Gebäude: „Als Bürogebäude konzipiert war es ein zweckmäßiger Bau, sehr funktionell angelegt. In den Jahren wurden etliche Veränderungen vorgenommen um am Stand der Technik zu bleiben und den sich immer ändernden Anforderungen gerecht zu werden. Vorallem der Strombedarf stieg stark an mit der Einführung immer weiterer technischer Geräte und da konnte das Haus irgendwann nicht mehr Schritt halten.“ „Wenn sie mich fragen wie es war dort zu arbeiten, sage ich es war schön dort zu arbeiten“.

 

„Die Schalterdame, die war so eine Mischung aus sehr gesprächig und freundlich und immer wieder so ein bisschen theatralisch. Und irgendwie habe ich auch das Gefühl gehabt, dass sie so gestresst wirkt. Obwohl in den letzten Jahren war im Konsulat gar nichts mehr los. Ich glaube ich war eine von den wenigen, die sich dort ihren Pass geholt hat weil ich nach Südtirol fahren wollte.“ Interview mit P., eine ehemalige Kundin des italienischen Konsulats

 

2012 wurde das Gebäude abgerissen. „Das Objekt stand einige Jahre leer und wurde 2012 von der Republik Italien veräußert. Das Gebäude stellte zwar eines der wenigen nahezu unverändert erhaltenen Werke im Schaffen des Innsbrucker Architekten Herbert Neubauer dar, der Gesamtzustand des Hauses war jedoch sehr schlecht. Es zeigten sich massive Wasserschäden und Schimmelbildungen im Inneren sowie Mauerschäden im nordöstlichen Bereich. Selbst bei einer denkmalgerechten, äußerst schonenden Instandsetzung des Objektes wäre ein weitgehender Substanzaustausch unvermeidlich gewesen. Eine Stellung unter Denkmalschutz, der ja auf den Substanzerhalt eines Gebäudes hinzielt, war daher nicht mehr möglich.“ Stellungnahme von Dr. Michaela Frick, Bundesdenkmalamt, Abteilung für Tirol

 

Die Geschichten zum Ort kann man auf der Tafel nachlesen: entweder vor Ort wo die Tafel jetzt dauerhaft angebracht ist, oder hier als PDF:

Info-Tafel zur Nutzungsgeschichte des Ortes
SLIDE_2

INNSBRUCK‘S LITTLE ITALY
APERITIVO & GESCHICHTE(N) ZUM EHEMALIGEN ITALIENISCHEN GENERALKONSULAT

Am FREITAG, 11. SEPTEMBER 2015 // ab 17:30 Uhr
CONRADSTRASSE. 9, SAGGEN // dort wo jetzt nix mehr steht Nicht bei jedem Wetter. Falls es schlecht ausschaut, bitte Infos holen: www.verortete-geschichten.net

POSTKARTE DOWNLOADEN